Die Videosprechstunde – eine Innovation mit Steigerungspotential

Videosprechstunde

Das Angebot der Videosprechstunde boomt derzeit geradezu. Dies ist nur allzu verständlich, denn schließlich sorgt die Covid-Pandemie dafür, dass die Patienten die Gefahr der Ansteckung in Arztpraxen sehr ernst nehmen. 

Dieser Blogartikel basiert auf folgender Untersuchung: “Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2020: Ärztliche Arbeit und Nutzung von Videosprechstunden während der Covid-19-Pandemie – Eine gemeinsame repräsentative deutschlandweite Befragung ambulant tätiger Ärztinnen und Ärzte durch die Stiftung Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem health innovation hub” (2020). 

An der Befragung haben insgesamt 2.240 Ärzte und Psychologische Psychotherapeuten teilgenommen.

Anhand dieser Erkenntnisse betrachten wir die Entwicklung der Videosprechstunde und wagen einen kleinen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.

 

Die Rahmenbedingungen der Videosprechstunde

Seit April 2017 können Ärzte Videosprechstunden mit Patienten abrechnen. Dieser Anteil darf bis zu 20 % des gesamten Kontingentes der Abrechnung betragen. Eine Limitierung des Angebotes von Videosprechstunden scheint daher logisch. Maximal jedes fünfte Gespräch kann auch wirklich abgerechnet werden. 

Seit April 2019 ist die Videosprechstunde nicht mehr ausschließlich an den Zweck der Verlaufskontrolle bei definierten Krankheitsbildern und Indikationsbereichen gebunden. Auch Psychotherapeuten können seither Videosprechstunden abrechnen. Diese machen tatsächlich verstärkt von dieser neuen Möglichkeit Gebrauch. 

Eine Vereinbarung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und dem GKV Spitzenverband 2019 erweitert die Möglichkeiten. So darf eine Konsultation per Video auch erfolgen, wenn der jeweilige Patient zuvor noch nicht bei dem Arzt in Behandlung war. Dies ist natürlich eine völlig neue Grundlage, welche die Videosprechstunde zusätzlich fördert.

 

Der holprige Beginn der Videosprechstunde

Dennoch verlief die Einführung von Videosprechstunden in deutschen Arztpraxen eher holprig. Weder von Ärzte- noch von Patientenseite gab es rege Nachfrage nach dieser neuen Möglichkeit der medizinischen Versorgung. Ende 2017 boten gerade einmal 1,8 Prozent aller ambulanten Ärzte eine Videosprechstunde an. Beinahe 60 % der Ärzte waren sogar strikt gegen ein solches Angebot.

Doch dann kam die Covid-Pandemie und änderte alles. Modelle und Instrumente, die bislang als überflüssig galten, wurden plötzlich wegen potenzieller Infektionsrisiken in Arztpraxen und anderen Behandlungsorten mehr als interessant. 

 

Covid als Turbo

Den Durchbruch schaffte die Videosprechstunde erst aufgrund der Corona-Pandemie. In dieser neuen Situation konnten die Vorteile der digitalen Beratung voll ausgespielt werden. Mitte 2020 boten schon über 50 % der befragten Ärzte eine Videosprechstunde für ihre Patienten an. Eine fantastische Steigerungsrate, die noch nicht an ihr Ende angelangt ist. Weitere 10 % der befragten Ärzte wollen dieses Angebot in ihr Portfolio aufnehmen. Die Ablehnung dieser Form der Beratung wich aufgrund der neuen Umstände. 

 

Wie geht es nun weiter?

Neue Gewohnheiten haben Einzug in die medizinische Landschaft gehalten. Doch wir müssen fragen, wie es nach der Pandemie weitergeht. Etablieren sich diese neuen Gewohnheiten auch? Werden sie fester Bestandteil der medizinischen Beratung? Erkennen sowohl Patienten als auch Ärzte die massiven Vorteile, die die Telemedizin mit sich bringt?

Eine mögliche Antwort auf diese Fragen kann der Onlinehandel geben. Dieser florierte zwar schon vor Covid stark, doch auch hier verschob sich ein großer Marktanteil vom Offline- hin zum Onlineshopping. Und dies innerhalb weniger Wochen. Als die Geschäfte nach dem ersten Lockdown wieder geöffnet hatten, behielten viele Konsumenten ihre neuen Gewohnheiten bei. Es ist einfach bequemer, von zu Hause aus zu konsumieren. Vielleicht ergeht es der Telemedizin ähnlich.

 

Positiver Kreislauf kann fortgesetzt werden

Die Covid-Pandemie war definitiv der Beschleuniger der Schritte. Der neue Umgang mit verschiedenen Tools für Meetings wie Zoom, Skype, Google-Meet oder Microsoft Teams im Home-Office dürfte den Patienten ebenfalls dabei geholfen haben, sich für telemedizinische Angebote zu entscheiden. 

Die Ärzte aus dieser Befragung gehen davon aus, dass sich der Anteil der Videosprechstunden im Bereich von 1 % bis 20 % einpendeln wird. Wer als Arzt schon früh auf diese Beratungsform setzt, hat natürlich einen gewissen Vorsprung am Markt. 

 

Die Videosprechstunde: gekommen, um zu bleiben

Um den Kontakt mit den Patienten zu halten, wurden viele Videosprechstunden aus der Not heraus angeboten. Nun, nach einigen Monaten im erfolgreichen Einsatz, wird von den Ärzten das Potenzial dieser Beratungsform durchaus geschätzt. Eine Videosprechstunde bietet weitaus mehr Möglichkeiten der qualitativen medizinischen Betreuung als ein Telefongespräch. 

Die Befragung zeigte noch einen weiteren interessanten Punkt beim Durchbruch der Videosprechstunde: Der Treiber dieser Entwicklung waren nicht die Ärzte, sondern die Patienten. Bei über einem Drittel der Ärzte sollen die Patienten der ausschlaggebende Faktor für die Implementierung der Videosprechstunde gewesen sein. Dieser Umstand legt es nahe, dass die Videosprechstunde gekommen ist, um zu bleiben.

 

Wir von CyberDoc tun alles dafür, um sowohl dem medizinischen Personal als auch den Patienten die Kommunikation so einfach und so bequem wie möglich zu gestalten.

 

Ihr CyberDoc Team

 

Quelle: Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2019 (hih-2025.de)

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